Sollen Apotheken Biosimilars wie generische Arzneimittel automatisch gegeneinander austauschen dürfen? Die verschiedenen Standpunkte prallen hart aufeinander. Wie eine praktikable Lösung aussehen könnte, erläutert Apotheker Dr. Franz Stadler, Autor des Buches Medikamenten-Monopoly und Mitbegründer der Stiftung für Arzneimittelsicherheit, in einem DAZ-Gastkommentar.
Die Diskussion um die Impfmüdigkeit der Deutschen und mögliche Gegenmaßnahmen nimmt an Fahrt auf. Gerade in Zeiten niedriger Inzidenzen wird in der Öffentlichkeit lieber über weitere Lockerungen diskutiert, als sich ernsthaft Gedanken über die Impfkampagne zu machen. Dabei werden sowohl das Ausmaß der Impfmüdigkeit als auch die möglichen Gegenmaßnahmen nicht angemessen eingeschätzt, meint Dr. Franz Stadler, Apotheker und Mitgründer der Stiftung für Arzneimittelsicherheit.
Schon Paracelsus wusste: Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Oder wie man heute sagen würde: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Wenn dem so ist, warum richten dann unsere Politiker immer wieder so ein Chaos an, wie es jüngst beim Corona-Impfstoff von AstraZeneca zu beobachten ist? Es fehlen die Fähigkeiten, Dinge im Zusammenhang zu beurteilen und dann die Verantwortung zu übernehmen und zu entscheiden, meint Dr. Franz Stadler in einem Zwischenruf.
Das E-Rezept wird kommen. Bald. Schon ab 1. Juli 2021 soll es losgehen. Ab 1. Januar 2022 wird es verpflichtend für alle Verordnungen, die bisher auf Muster 16 getätigt wurden. Das betrifft den Großteil der Rezepte. Die restlichen Rezeptarten sollen auch schnellstmöglich eingebunden werden. Es gibt sogar schon Pläne für ein E-Rezept 2.0, das die bisher vorgesehene, zugegeben etwas umständliche Hardware bis 2025 ersetzen soll. Trotz dieser wichtigen Entwicklungen für die Zukunft der Vor-Ort-Apotheken wird das Thema Digitalisierung bisher zu einseitig angesprochen und nicht mit all seinen möglichen Konsequenzen durchdacht, meint Dr. Franz Stadler.
Es ist nur eine Randnotiz im großen Pandemiechaos. Trotzdem zeigt diese Episode das ganze Dilemma unserer Zeit: Alle Beteiligten handeln planlos, unabgestimmt und egoistisch. Eine gute Grundidee verschwindet so zwischen Egoismen und Partikularinteressen. Wir sollten uns besinnen und wieder gemeinsame Entscheidungen treffen, im Konsens, meint Dr. Franz Stadler, Apotheker und Autor des kürzlich im Murmann Verlag erschienen Buchs „Medikamenten Monopoly“.
Vergangene Woche wurde eine Ausarbeitung des Deutschen Bundestages zur Vereinbarkeit eines deutschen Rx-Versandhandelsverbotes (RxVV) mit dem Unionsrecht bekannt. In einem sehr flapsigen Ton wurde dabei die juristische Auffassung vertreten, dass die Einführung eines Verbotes des Versandhandels mit Rx-Arzneimitteln „wohl als unverhältnismäßig und damit als ein Verstoß gegen die Warenverkehrsfreiheit aus
Art. 34ff. AEUV zu bewerten“ sei. Leider verstehen die Juristen nicht, dass Arzneimittel ein besonderes Gut sind, meint Dr. Franz Stadler, Apotheker und Autor des kürzlich erschienen Buchs „Medikamenten Monopoly“.
Die AvP-Insolvenz und ihre Folgen für die Apotheken offenbaren einmal mehr: Im Arzneimittelmarkt spielt vor allem das Geld die entscheidende Rolle. Gibt es für die Apotheken einen Ausweg aus der Finanzierungsfalle? DAZ.online-Gastkommentator Dr. Franz Stadler, Apotheker und Autor des Buches „Medikamenten Monopoly“, sieht durchaus Möglichkeiten – zum Beispiel durch ein Kommissionsmodell.
Es hätte so schön sein können: Der Virus verschwindet langsam, aber Gesundheitspolitiker und sogar Krankenkassen haben den Wert der Vor-Ort-Apotheke erkannt. Sie wissen die Kompetenz und den Nutzen dieser niedrigschwelligen Institution zu schätzen und handeln künftig entsprechend. Aber: Die Pandemiegesetze haben uns in falscher Sicherheit gewiegt. Noch gelten sie zwar, doch die ersten Krankenkassen sind bereits zu business as usual übergegangen und retaxieren. Besonders hart trifft es gerade die Zytoapotheken, denen zurzeit fünf- und sechsstellige Rückforderungen ins Haus flattern. Warum das so ist, erklärt Dr. Franz Stadler in einem Gastkommentar.
Jeder muss irgendwann Gewinn machen – auch die Pharmaindustrie. Das ist ein ehernes Gesetz unseres marktwirtschaftlichen Systems. Wird aber aus Gewinnstreben Gier und führt diese Gier mittelfristig zu einer ernsthaften Gefährdung unseres solidarischen Gesundheitssystems so muss der Gesetzgeber die handelnden Akteure schon aus Gründen der Vorsorgepflicht in ihre Grenzen weisen, meint Dr. Franz Stadler und verweist als jüngstes Beispiel einer zu gewinnorientierten Industriepolitik auf Polivy der Firma Roche.
Der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband haben sich auf eine Anpassung der Anlage 3 der Hilfstaxe geeinigt. Zum 1. März sollen die neuen Regelungen zur Abrechnung parenteraler Zubereitungen in Kraft treten. Bei der Arbeitsgemeinschaft parenterale Zubereitungen (ARGE PareZu) kommen diese allerdings gar nicht gut an. Kritisiert wird unter anderem, dass die Arbeitspreise nicht angetastet werden, obwohl diese als viel zu niedrig empfunden werden.
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