Bei den gegenwärtigen Ausschreibungen von parenteralen Zubereitungen läuft derzeit einiges verquer. Dr. Franz Stadler, Apotheker aus Erding, setzt jetzt auf Erkenntnis und die aus seiner Sicht einzig logische Konsequenz: die Ausschreibungen aufzugeben.
Berlin – Die Zyto-Ausschreibungen der Krankenkassen stehen mehr denn je in der Kritik. Die Apotheker warnen vor Chaos in den Arztpraxen und einem Zusammenbruch der wohnortnahen Versorgung in diesem sensiblen Bereich. Diskussionen gibt es auch um die langen Lieferwege, wenn eine weiter entfernte Apotheke den Zuschlag gewonnen hat. Doch selbst unter den Kritikern herrscht keine Einigkeit, wie die Haltbarkeit der hergestellten Rezepturen zu bewerten ist.
Berlin – Die aktuellen Zyto-Ausschreibungen mehrerer AOKen, der Knappschaft Bahn-See (KBS) und des Gespanns DAK/GWQ haben die Debatte über die Versorgungsqualität befeuert. Apotheker, Onkologen und Patientenverbände fordern ein Verbot von Exklusivverträgen in diesem Bereich. In die politische Debatte kommt nun Bewegung: Die Gesundheitsminister der Länder wollen Zyto-Ausschreibungen verbieten. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) klingt zumindest nachdenklich und betont die freie Apothekenwahl.
Kassen üben vermehrt Druck auf Zytostatika-herstellende Apotheken aus, Zytostatika-Anbrüche über die angegebene Haltbarkeit hinaus zu verwenden. Nachdem DAZ.online im Februar darüber berichtet hatte, ist das Thema nun offensichtlich außerhalb der Fachöffentlichkeit angekommen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer heutigen Mittwochsausgabe darüber.
Berlin – Verwürfe bei Sterilrezepturen kosten die Krankenkassen in diesem Jahr voraussichtlich 65 Millionen Euro. Dies hat der GKV-Spitzenverband auf Anfrage von Süddeutscher Zeitung (SZ) und NDR berechnet. Im SZ-Beitrag geht es um das Problem der kurzen Haltbarkeiten und die Risiken für Patienten und Apotheken. Auch der NDR berichtet.
Unmengen an teurer Medizin landen im Müll, weil sie oft nur wenige Stunden haltbar sind. Offenbar kommt es aber auch vor, dass Patienten abgelaufene Arzneien erhalten.
Lsen Sie den gesamten Artikel von Christina Berndt, der am 12.07.2016 in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist, hier.
Berlin – Die AOK vergibt aktuell die Zuschläge zu ihrer Zyto-Ausschreibung. In fünf Bundesländern gelten ab August exklusive Verträge. Die DAK Gesundheit und der BKK-Dienstleister GWQ haben erstmals bundesweite Verträge ausgeschrieben. Dr. Franz Stadler, Inhaber der Sempt-Apotheke in Erding, beobachtet die Entwicklung mit Sorge und richtet sich mit einem „Faktencheck mit Kommentar“ an seine Kollegen.
Verfassungsgericht lehnt Beschwerde gegen Zyto-Ausschreibungen ab – Kritik reißt nicht ab
STUTTGART (wes) | Das Bundesverfassungsgericht wird sich nicht mit dem Urteil des Bundessozialgerichts vom November befassen, wonach Retaxationen der AOK Hessen bei Zytostatika-Zubereitungen rechtens sind, wenn der herstellende Apotheker keinen Exklusiv-Vertrag mit der Kasse hat.
Die Versorgung mit Zytostatika wird von einigen Kassen ausgeschrieben. Zentrale Anbieter können die Versorgung unter Einhaltung der Haltbarkeitszeiten kaum gewährleisten, verdeutlicht Apotheker Dr. Franz Stadler in seinem Kommentar und Faktencheck.
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