Jahrelang sollen teure Krebsmedikamente, die in griechischen Krankenhäusern gestohlen wurden, illegal nach Deutschland geschmuggelt worden sein. Das hat das ARD-Magazin Kontraste recherchiert. Kühlketten hielt die Diebesbande nicht ein. Welchen Schaden die sensiblen Arzneimittel und die damit eventuell untertherapierten Patienten davontrugen, ist nicht abschätzbar. Die zuständige Behörde hat offenbar wohl lange geschlafen. Auch heute agiert Lunapharm, der Pharmahändler hinter dem illegalen Arzneimittelschmuggel, noch immer im deutschen Markt.
Berlin – Schwere Vorwürfe hat das ARD-Magazin Kontraste gegen den brandenburgischen Pharmahändler Lunapharm erhoben. Die Firma soll in Griechenland aus Kliniken entwendete Zytostatika in Deutschland weiterverkauft haben. Beim Transport sollen die Arzneimittel unsachgemäß gelagert worden sein. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt, die Aufsichtsbehörde wusste davon bis vor Kurzem nichts. Die Firma bestreitet die Vorwürfe.
Die Vertragspartner der Hilfstaxe sind verstritten, ein Gericht muss über den Schiedsspruch zur Anlage 3 befinden, die ersten Abschläge auf die Preise einzelner Zytostatika-Wirkstoffe hat der Deutsche Apothekerverband jetzt außerordentlich gekündigt. Doch wie sollen Zyto-herstellende Apotheken künftig vergütet werden, damit eine sichere Versorgung der Patienten gewährleistet und es für Apotheken auskömmlich ist? Der Apotheker Dr. Franz Stadler hält einen Kompromiss für möglich. Wie er aussehen kann, erklärt er in der aktuellen DAZ.
Plädoyer für eine sichere Versorgung von Krebspatienten
Ein Meinungsbeitrag von Franz Stadler | Lassen Sie uns für einen Moment die Befindlichkeiten der sogenannten Vertragspartner DAV und GKV-Spitzenverband vergessen, ignorieren wir deren in- und externe Machtkämpfe, deren Angst vor Gesichtsverlust, deren Intransparenz und deren übersteigertes Geltungsbedürfnis und lassen Sie uns statt dessen an die Betroffenen, die behandlungsbedürftigen Krebspatienten denken – dann und nur dann erscheint ein tragfähiger Kompromiss zur Hilfstaxe Anlage 3 möglich. Dabei geht es weniger um die konkreten Werte einer neuen Vereinbarung als vielmehr um das Verfahren, diese Werte künftig zu erlangen.
Die von bayerischen Apothekern gegründete „Arbeitsgemeinschaft parenterale Zubereitungen“ hat beschlossen, eine Vollkostenanalyse zur Ermittlung einer neuen Herstellpauschale durchzuführen. Hierfür sucht sie nun Kollegen mit Reinraumlabor, die über vier Wochen hinweg ihre Arbeitsvorgänge zeitlich erfassen.
Berlin – Im Streit um die Hilfstaxe hat die DAV-Mitgliederversammlung beschlossen, vor einer Kündigung mit dem GKV-Spitzenverband über neue Preise zu verhandeln. Das reicht der kürzlich gegründeten Arbeitsgemeinschaft parenterale Zubereitungen (ARGE PareZu) nicht. Stattdessen müsse „konsequenterweise“ die Anlage 3 der Hilfstaxe gekündigt werden: „Das wiederum wird zwangsläufig zu Neuverhandlungen der Hilfstaxe führen.“
Ende April soll die DAV-Mitgliederversammlung eine Entscheidung über die Hilfstaxe herbeiführen: Soll der Deutsche Apothekerverband den Vertrag mit dem GKV-Spitzenverband kündigen? Und wenn ja, gänzlich oder in Teilen? Die kürzlich in Bayern neu gegründete Arbeitsgemeinschaft Parenterale Zubereitungen hat dazu eine klare Meinung. Sie fordert eine Kündigung der Anlage 3 der Hilfstaxe.
In Bayern gründet sich die ARGE PareZu – keine Konkurrenz zu DAV und VZA
BERLIN (ks) | Der Schiedsspruch zur Hilfstaxe hat die Zytostatika-herstellenden Apotheken in der Republik erschüttert. In Bayern haben sich nun einige von ihnen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengetan und eine Resolution verabschiedet.
Berlin – Mit dem Schiedsspruch zur neuen Hilfstaxe sind viele Zyto-Apotheker unzufrieden. In Bayern hat sich als Reaktion jetzt eine Gruppe außerhalb der Verbände zusammengeschlossen. In einer Resolution fordern sie neue Rahmenbedingungen für die Zyto-Herstellung und laden alle entsprechend spezialisierten Kollegen mit eigener Herstellung ein, eine gemeinsame Plattform zu gründen.
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