Berlin – Seit Donnerstag vergangener Woche ist der Schiedsspruch zur Hilfstaxe bekannt. Erwartungsgemäß wurden die Rabatte zu Gunsten der Krankenkassen deutlich erhöht. Aber es gab auch einige Ergebnisse, die weniger erwartbar waren und die erneut ein weitverbreitetes Problem offenbarten: Es verhandeln und entscheiden die falschen Leute, meint Apotheker Dr. Franz Stadler in einem Gastkommentar.
Berlin – „Ermittlung der Erforderlichkeit und des Ausmaßes von Änderungen der in der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) geregelten Preise“: So lautet der etwas sperrige Titel des kurz vor Weihnachten veröffentlichten Gutachtens, das im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde. Doch nicht nur der Titel ist sperrig, auch der Inhalt kann nur als schwer verdaulich bezeichnet werden. Neben vielen handwerklichen Fehlern, die aufzuzählen den Rahmen sprengen würde, konsterniert besonders ein grundlegender Denkfehler. Ein Gastkommentar von Dr. Franz Stadler, einem erschütterten Apotheker.
Berlin – Als Reaktion auf den Skandal in Bottrop werden Zyto-Apotheken in Nordrhein-Westfalen (NRW) jetzt stärker kontrolliert. Als politische Reaktion verständlich, in der Sache aber unsinnig, kritisiert Zyto-Apotheker Dr. Franz Stadler aus dem bayerischen Erding. Denn die Aufsichtsbehörden hätten schon heute alle Möglichkeiten, genauer hinzusehen. Und sie hätten das auch im Fall Bottrop gehabt, kritisiert Stadler. Aus seiner Sicht wäre es besser, die Anreize für möglichen Betrug durch eine Honorarreform zu minimieren.
Berlin – Im Juni erhielt Sandoz, die Generika-Tochter von Novartis, für ihr Biosimilar Rixathon (Rituximab) in der EU die Zulassung. Das Arzneimittel kann zur Behandlung von Patienten mit bestimmten Formen von Blutkrebs und immunologischen Erkrankungen eingesetzt werden. Rixathon wurde für alle Indikationen zugelassen wie auch das Referenzmittel MabThera/Rituxan von Roche. Im dazugehörigen Stabilitätsdatenblatt hat Sandoz zunächst jedoch eine längere Haltbarkeit angegeben als in den rechtlich verbindlichen Fachinformationen – und damit für Unsicherheit in Apotheken gesorgt. Inzwischen zog Sandoz das Stabilitätsdatenblatt wieder zurück.
Berlin – Der Fall des Bottroper Pfusch-Apothekers hat die Branche aufgeschreckt. Es ist ein Einzelfall. Will man sich der Wirklichkeit der Arzneimittelversorgung nähern, darf man nicht reflexartig wegsehen, sondern muss den Finger in die Wunde legen, dorthin, wo es beginnt, weh zu tun, findet Apotheker Dr. Franz Stadler, Inhaber der Sempt-Apotheke im bayerischen Erding.
Berlin – Sparen, sparen, sparen – und sei es um jeden Preis. Obwohl Exklusivverträge in der Zytostatika-Versorgung mit dem Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz (AM-VSG) abgeschafft werden, haben die großen Ersatzkassen bei ihrer Ausschreibung noch schnell die Zuschläge erteilt. Denn der Gesetzgeber räumt den Kassen eine Übergangsfrist ein: Für Altverträge gibt es eine dreimonatige Übergangszeit. Apotheker befürchten, dass es damit ohne Not zu Chaos in den Praxen kommen wird.
Berlin – Es sei die neue Dimension eines alten Problems, sagt Apotheker Dr. Franz Stadler. Aus seiner Sicht werden die Krankenkassen von ihren Aufsichtsbehörden zu wenig kontrolliert. Zum Alltag der Apotheker gehörten teilweise absurde Retaxationen. Doch besonders im Zusammenhang mit den Ausschreibungen der parenteralen Versorgung zeige sich das ganze Ausmaß der unkontrollierten Willkür, so Stadler. Fünf Beispiele legt er in einem Gastkommentar vor.
Berlin – Die Zyto-Ausschreibungen der Krankenkassen stehen mehr denn je in der Kritik. Die Apotheker warnen vor Chaos in den Arztpraxen und einem Zusammenbruch der wohnortnahen Versorgung in diesem sensiblen Bereich. Diskussionen gibt es auch um die langen Lieferwege, wenn eine weiter entfernte Apotheke den Zuschlag gewonnen hat. Doch selbst unter den Kritikern herrscht keine Einigkeit, wie die Haltbarkeit der hergestellten Rezepturen zu bewerten ist.
Berlin – Die aktuellen Zyto-Ausschreibungen mehrerer AOKen, der Knappschaft Bahn-See (KBS) und des Gespanns DAK/GWQ haben die Debatte über die Versorgungsqualität befeuert. Apotheker, Onkologen und Patientenverbände fordern ein Verbot von Exklusivverträgen in diesem Bereich. In die politische Debatte kommt nun Bewegung: Die Gesundheitsminister der Länder wollen Zyto-Ausschreibungen verbieten. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) klingt zumindest nachdenklich und betont die freie Apothekenwahl.
Berlin – Verwürfe bei Sterilrezepturen kosten die Krankenkassen in diesem Jahr voraussichtlich 65 Millionen Euro. Dies hat der GKV-Spitzenverband auf Anfrage von Süddeutscher Zeitung (SZ) und NDR berechnet. Im SZ-Beitrag geht es um das Problem der kurzen Haltbarkeiten und die Risiken für Patienten und Apotheken. Auch der NDR berichtet.
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