Immer wieder werden Versuche unternommen, Haltbarkeiten von gebrauchsfertigen Zytostatikainfusionen den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Das fängt bei den pharmazeutischen Unternehmern an und hört bei den Krankenkassen auf. Hinzu kommt, dass es unterschiedliche Arten von Begründungen gibt, die wissenschaftlicher, wirtschaftlicher oder juristischer Natur sein können. Letztlich kommt es für den Patienten aber auf die Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit der verabreichten Infusionslösungen an, meint Dr. Franz Stadler.
Krankenkassen müssen sparen. Dieses Mantra hat sich uns eingeprägt. Wir verstehen es auch – solange es nicht zu Lasten einer qualitativ hochwertigen Versorgung und damit zu Lasten der Patienten geschieht. Genau dies ist aber bei den Ausschreibungen der Zytostatikaversorgung durch diverse Krankenkassen der Fall
Michael Hennrich (CDU) will freie Apothekenwahl erhalten und trotzdem sparen
BERLIN (bro/ks) | Auch im Bundestag ist angekommen, dass es bei den Zytostatika-Ausschreibungen massive Probleme gibt. In der Unionsfraktion besteht offenbar Konsens, dass die freie Apothekenwahl wieder herzustellen ist. Ihr Arzneimittel-Experte Michael Hennrich (CDU) hat nun vorgeschlagen, dass die Krankenkassen künftig die Wirkstoffe bei den Herstellern ausschreiben sollen.
Die Praxis der Ausschreibungen der ambulanten Versorgung mit parenteralen Zytostatikazubereitungen wird höchst kontrovers und stürmisch diskutiert. Im windstillen Zentrum der Auseinandersetzungen steht der Patient, der eigentlich Betroffene. Er wird zusehends entmündigt und leidet. Ein Update.
Die Probleme bei Zytostatika-Ausschreibungen sind im Bundestag angekommen. In der Unionsfraktion herrscht offenbar Konsens darüber, die freie Apothekenwahl wieder herzustellen. Arzneimittel-Experte Michael Hennrich schlägt vor, dass die Kassen künftig die Wirkstoffe bei den Herstellern ausschreiben. Der CDU-Politiker will zwei Probleme auf einen Schlag lösen.
Am Mittwoch spitzte sich der Streit um die exklusiven Zytostatika-Ausschreibungen der Krankenkassen zu. Fachverbände veröffentlichen einen Aufruf an die Politik, die Ausschreibungen zu stoppen, die nun noch mehr Kassen ausrufen wollen. In der Publikumspresse wurden derweil Fakten wild durcheinander geworfen. Also eigentlich alles wie immer, meint Apotheker Dr. Franz Stadler. Und bietet einen Lösungsvorschlag.
Nach einer monatelangen Diskussion um Haltbarkeiten und Verwürfe bei parenteralen Zubereitungen ist es an der Zeit, den Stand der Diskussion zusammenzufassen. Es gibt zwar bisher kaum Fortschritte, aber es zeichnen sich zumindest entsprechende Lösungen ab. Bei beiden Themen, die ihrer Natur nach eng miteinander zusammenhängen, heißt es jetzt im Interesse der schwerkranken Patienten am Ball zu bleiben.
Meinungsbeitrag: Vorschläge zur Neuordnung der ambulanten Zytostatikaversorgung
Seit einiger Zeit wird kontrovers über den Sinn und Unsinn von Ausschreibungen bei parenteralen Zubereitungen diskutiert. Dr. Franz Stadler, Apotheker in Erding bei München, hat sich bereits kritisch zu dem neuen Trend der Kassen geäußert (siehe Beitrag auf DAZ.online vom 18. 5. 2016 „Versorgung mit Zytostatika: Ausschreibungen mit Risiken“). Doch er will es nicht dabei belassen, einen Ausschreibungsstopp zu fordern. Stadler will selbst konstruktive Vorschläge in die Diskussion einbringen: Wie könnte, ausgehend von den Fehlern der ¬Ausschreibungen, die ambulante Zytostatikaversorgung neu geordnet werden?
Gastbeitrag zu den Folgen von Zyto-Ausschreibungen
Zytostatika-Ausschreibungen stehen in der Kritik, weil Exklusivverträge die wohnortnahe und individuelle Versorgung abmulant behandelter Krebspatienten gefährden können. Doch die Risiken gehen noch viel weiter, meint der Apotheker Dr. Franz Stadler: Auf dem Spiel stehe auch die Palliativversorgung.
Die Probleme, die Ausschreibungen für parenterale Zubereitungen mit sich bringen können, sind derzeit so offenkundig wie nie zuvor. Der Erdinger Apotheker Dr. Franz Stadler meint: Auch ohne Exklusiv-Verträge mit Apotheken könnten die Kassen sparen – und stellt einen konkreten Vorschlag zur Diskussion.
Hinweis zu Cookies
Wir möchten Ihnen den bestmöglichen Service bieten. Dazu speichern wir Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies.
Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.